
1 Einleitung
Abbildung 1.6:
Die von der F
420
-abhängigen N
5
,N
1
-Methylen-H
4
MPT-Dehydrogenase
(Mtd) katalysierte, stereogene Reaktion. F
420
ist ein grün-blau fluoreszierendes
5’-Deazaflavin-Derivat und wird vorwiegend in Archaeen, aber auch in Streptomyces,
Cyanobakterien, Mycobakterien und einigen Eukaryoten angetroffen (78).
Unter normalen Wachstumsbedingungen, d. h. bei ausreichendem Nickelgehalt
im Medium, katalysiert Mtd die Methenyl-H
4
MPT
+
-Reduktion. F
420
wiederum wird von
einer [NiFe]-Hydrogenase, der F
420
-reduzierenden Hydrogenase (Frh), reduziert.
Unter Nickellimitierung wird jedoch keine Frh produziert und die H
2
-bildende
Methylen-H
4
MPT-Dehydrogenase (Hmd) und Mtd übernehmen gemeinsam die
entsprechende Funktion und ersetzen das Nickelenzym (79-81).
Die F
420
-abhängige N
5
, N
10
-Methylen-H
4
MPT-Dehydrogenase (Mtd) konnte aus
M. marburgensis, M. barkeri, M. kandleri und A. fulgidus isoliert werden (72, 77, 82-
84). Mtd aus M. kandleri ist ein aus sechs 36 kDa-Untereinheiten aufgebauter
Proteinkomplex mit einem apparenten Molekulargewicht von 300 kDa. Das Enzym
zeigt nur bei sehr hohen Salzkonzentrationen (z.B. 2 M (NH
4
)
2
SO
4
, 2 M Na
2
HPO
4
,
1,5 M K
2
HPO
4
und 2 M NaCl) Aktivität, ist jedoch relativ sauerstoffunempfindlich und
äußerst hitzestabil (77).
Wie von Hagemeier et al. (41) für die Kristallstruktur der rekombinanten Mtd aus
M. kandleri beschrieben (RCSB-Proteindatenbankeintrag 1QV9), haben die sechs
Monomere jeweils eine Größe von 51 x 47 x 23 Å und sind aus drei Domänen
aufgebaut (siehe Abbildung 1.7). Die α, β-Domäne setzt sich aus einem
10
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