
5 Diskussion
MJMtrH besitzt deswegen 14 zusätzliche N-terminale Aminosäuren, welche
vermutlich die Faltung des Proteins in E. coli weiter erschwerten.
Zur heterologen Expression von mtrH wurden am Max-Planck-Institut für
terrestrische Mikrobiologie in Marburg bereits zahlreiche Versuche unternommen.
MtrH aus M. marburgensis wurde als Maltosebindeprotein-, Hexahistidin-,
Calmodulin- und Thioredoxinfusionsprotein in E. coli produziert, ferner wurde eine
Co-Expression mit den Chaperonen GroEL und GroES versucht. Darüber hinaus
wurde mit Methanosarcina barkeri ein weiterer Ursprungsorganismus sowie mit
Aspergillus nidulans ein eukaryotisches Expressionssystem für M. marburgensis
mtrH getestet. In allen aufgeführten Experimenten lag MtrH als unlösliches Protein in
Einschlusskörperchen vor oder wurde erst gar nicht in nennenswerten Mengen
produziert (150).
Alle bisher durchgeführten Experimente lassen vermuten, dass der Unterschied
zwischen Archaeen und Bakterien zu groß ist, um eine heterologe Expression von
mtrH zu ermöglichen. Die Isolierung und Reinigung von nativem MtrH aus dem
Ursprungsorganismus oder ein archaeelles Expressionssystem könnten hier Abhilfe
schaffen.
5.3.2 Rekombinantes MtrH (MMRMtrH) aus M. marburgensis
Rekombinant erzeugtes MtrH aus M. marburgensis (MMRMtrH) lag in
Einschlusskörperchen vor, welche zunächst entfaltet, im entfalteten Zustand
gereinigt und schließlich wieder rückgefaltet werden sollten. Während dieser Schritte
war zwar eine Anreicherung von MMRMtrH zu beobachten, jedoch zeigte sich in der
abschließenden Gelfiltration des rückgefalteten Proteins, dass die Probe nicht
monodispers vorlag. Auch traten bei der Analyse mittels SDS-Page zahlreiche
weitere Banden auf, deren Identität nicht geklärt werden konnte. Diese Heterogenität
der Probe ist wahrscheinlich auf die inkorrekte Faltung und partielle Aggregation des
Proteins zurückzuführen. Hinzu kommen vermutlich Abbauprodukte von MMRMtrH,
da entfaltete Proteine besonders anfällig für Proteasen sind.
Da keine Möglichkeit bestand, die korrekte Faltung des Proteins zu überprüfen,
wurden weitere Rückfaltungs- und Reinigungsversuche eingestellt. Als Alternative zu
rekombinantem MtrH wurde bereits im vorhergehenden Abschnitt die Isolierung und
Reinigung des Proteins aus dem Ursprungsorganismus genannt. Dies wurde bereits
für MtrH aus M. marburgensis beschrieben (65). In genanntem Protokoll wurde der
Mtr-Komplex mit LM solubilisiert und MtrH anschließend chromatographisch auf
Q-Sepharose vom Komplex a/jointfilesconvert/483107/bgetrennt. Das Abdissoziieren der Untereinheit MtrH
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