
5 Diskussion
5.2.2 Des-[225-246]-MtrA (MJMtrA3) aus M. jannaschii
In dieser Arbeit konnte erstmalig um 22 C-terminale Aminosäuren verkürztes
MtrA aus M. jannaschii bis zur Homogenität gereinigt werden. Die Reinigung von
MtrA aus M. marburgensis als Apoprotein mit anschließender Rekonstituierung des
Holoproteins wurde bereits beschrieben, jedoch konnte in jener Arbeit das
Holoprotein nicht in monodispers Form erhalten werden (143). Im Unterschied zu
dem bereits veröffentlichten Protokoll wurde im hier vorliegenden Fall Cofaktor
Vitamin B
12a
schon zum Lysepuffer zugegeben. Die MJMtrA3 enthaltenden
Fraktionen konnten während der Reinigung durch ihre rötliche Farbe und die
Absorption bei 365 nm identifiziert werden. Auch nach erneuter Zugabe von Vitamin
B
12a
, Dialyse und zweimaliger Gelfiltration blieben diese Eigenschaften erhalten.
Die bei SDS-Pages auftretende 24 kDa-Bande ließ sich per ESI-MS eindeutig als
MJMtrA3 identifizieren. Das apparente Molekulargewicht stimmte mit dem anhand
der Aminosäuresequenz berechneten überein und das in der Literatur beschriebene
Auftreten verringerter elektrophoretischer Mobilität des denaturierten Proteins bzw.
des Apoproteins im Vergleich zum rekonstituierten Holoprotein ließ sich nicht
beobachten (56, 57, 143). Dies wurde als weiterer Hinweis gewertet, dass MJMtrA3
als korrekt gefaltetes Holoprotein mit gebundenem Cofakor Vitamin B
12a
gereinigt
werden konnte.
Die Aufnahme eines UV/Vis-Spektrums des gereinigten Proteins zeigte ein
Absorptionsmaximum bei 365 nm, das demjenigen von ungebundenem Vitamin B
12a
entsprach. Dagegen sind bei rekonstituiertem MtrA aus M. marburgensis die für
Cob(II)amid enthaltende Corrinoidproteine typischen Absorptionsmaxima von
278 nm, 315 nm, 424 nm und 492 nm zu finden. Die Präparation von MJMtrA3 fand
im Gegensatz zu M. marburgensis MtrA ohne Reduktionsmittel, wie z. B. DTT, unter
aeroben Bedingungen statt, sodass bei MJMtrA3 eventuell eine Bindung von
Cob(III)alamin vorliegen könnte. Eine weitere Untersuchung mittels EPR- oder NMR-
Spektroskopie könnte hier Klarheit schaffen.
Sowohl an MtrA gebundenes Cob(I)alamin als auch Methylcob(III)alamin werden
als Zwischenstufen der vom Mtr-Komplex katalysierten Methylübertragungsreaktion
angenommen (56, 57). Die Methylierungs- bzw. Demethylierungsreaktion und damit
verbundene Oxidation und Reduktion von enzymgebundenem Cobalamin sind
vermutlich der Auslöser von Konformationsänderungen, welche wiederum mit dem
vektoriellen Natriumtransport über die Membran gekoppelt sind (58).
EPR-spektroskopische Studien und Mutationsversuche mit rekonstituiertem MtrA aus
M. marburgensis deuteten darauf hin, dass Cob(II)alamin in der base-off/His-on-
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