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führen auch Deletionen im vorgeschlagenen archaeellen Terminationssignal (Wich et
al., 1986) zu einer reduzierten Abbruchseffizienz (Thomm et al., 1994). In den
intergenen Regionen der Gengruppe sdmABC wurden zwar auch thymin-reiche
Sequenzen gefunden, die erhaltenen Transkriptgrößen konnten jedoch nicht
eindeutig angenommenen Längen zugeordnet werden. Die Frage bleibt offen, ob es
sich bei den verkürzten Fragmenten um die Terminationsprodukte handelt, oder ob
es Abbauprodukte des vollständigen Messengers sind. Die Fragmente ließen sich
dann, durch die für den Abbau unterschiedliche Zugänglichkeit von
Sequenzelementen, erklären.
Wie bereits angemerkt, wurden durch die Northern-Blot-Analysen Hinweise erhalten,
dass die Gene sdmA, sdmB und sdmC auf einem gemeinsamen polycistronischen
Messenger liegen. Die Transkription des Gens sdmC wird möglicherweise zusätzlich
durch einen zweiten Promotor reguliert, der zwischen den Genen sdmC und sdmB
lokalisiert sein könnte. Diese Vermutung wird durch die Ergebnisse aus der RT-PCR
unterstützt, in der das sdmC-Transkript in der
∆
sdmB-Mutante nachgewiesen wurde.
Es stellt sich die Frage, ob dieser Promotor ebenfalls einer selenabhängigen
Regulation unterliegt. Ein Hinweis darauf liefert die Northern-Blot-Analyse mit der
Sonde III gegen das Gen sdmC. Ein Signal wurde dort nur bei Selenmangel
detektiert. Dabei hatte ein Fragment eine Größe von ca. 3 500 Nukleotiden, welches
das komplette Transkript repräsentieren könnte. Die kleineren Fragmente, in der
Größe zwischen ca. 500 und 1000 Nukleotiden, könnten Abbauprodukte, aber auch
ein Transkript ausgehend vom zweiten Promotor darstellen. Es kann anhand dieser
Analyse angemerkt werden, dass die Transkription vom zweiten Promotor ebenfalls
nur unter Selenlimitierung erfolgen sollte.
Eindeutige Promotor-Elemente konnten in der intergenen Region zwischen den
Genen sdmB und sdmC nicht identifiziert werden. Mögliche regulatorische
Sequenzmotive, die in den beiden Promotorregionen vorkommen, wurden ebenfalls
nicht gefunden.
Unter der Annahme, dass die Proteine SdmA und SdmC an der Bereitstellung des
Dimethylselenids zur Biosynthese der Selenoproteine beteiligt sind, ist es vorstellbar,
dass die Induktion der Transkription der Gengruppe sdmABC aufgrund eines
Mangels anorganischer Selenverbindungen erfolgt.
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