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3 Einleitung
Methanogene sind prokaryotische, strikt anaerobe Organismen, die Methan zur
Energiegewinnung produzieren. Der Prozess der Methanbildung wird auch als
Methanogenese bezeichnet. Methan wurde ursprünglich als eine Art „brennende“
Luft durch den italienischen Physiker Alessandro Volta (1745-1827) identifiziert, der
Gas aus Sumpfsedimenten sammelte und dessen Entflammbarkeit zeigte. Die
ursprünglich als Methanbakterien bezeichneten Organismen gehören tatsächlich zu
der Domäne der Archaea, die man von den Bacteria und Eucarya unterscheidet
(Woese & Fox, 1977; Woese et al., 1990). Das Reich der Archaea lässt sich
wiederum in Crenarchaeota, Euryarchaeota und Korarchaeota unterteilen. Den
Methanogenen, die den Euryarchaeota zugeordnet werden, gehören die fünf
Ordnungen Methanobacteriales, Methanosarcinales, Methanococcales,
Methanopyrales und Methanomicrobiales an (Boone et al., 1993). Methanococcus
voltae wurde 1970 in West-Florida aus einer Flussmündung von Janice M. Ward
isoliert (Ward, 1989). Es ist ein mesophiler moderat halophiler Organismus, den man
zu den Methanococcales zählt. Zur Energiegewinnung durch die Methanogenese
werden von M. voltae nur H
2
/CO
2
oder Formiat verwendet (Whitman et al., 1982).
Andere Vertreter der Methanogenen hingegen, wie die Methanosarcinales, können
auch Acetat, Methanol, Methylthiole oder Methylamine erschließen (Keltjens &
Vogels, 1993; Ferry, 1999; Thauer, 1993; Thauer, 1998).
Die Methanogenese und ihre Substrate
Die Umsetzung des CO
2
zu Methan erfolgt über an Coenzym gebundene C
1
-
Intermediate (Abb. 1). Die beteiligten Coenzyme sind das Methanofuran (MFR), das
Tetrahydromethanopterin (H
4
MPT) und das Coenzym M (CoM). Zur Reduktion des
CO
2
werden 8 Elektronen benötigt, die durch die Aktivierung des molekularen
Wasserstoffs durch Hydrogenasen bereitgestellt werden. Die Elektronen werden
mittels Elektronenüberträger, wie z.B. dem F
420
, transferiert. Generell besitzen
Methanogene, die CO
2
und H
2
als Substrat nutzen, zwei verschiedene
Hydrogenasen, eine F
420
-reduzierende und eine F
420
-nicht-reduzierende. Eine
weitere Hydrogenase wurde aus einem Vertreter der Methanosarcinales gereinigt. Es
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