MTD 243-670 Bedienungsanleitung Seite 63

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5.11 Die Proteine SdmA und SdmC sind an der Erschließung von
Selen aus Dimethylselenid beteiligt
Im Abschnitt 5.8 wurde gezeigt, dass die Induktion der Transkription der Gengruppe
sdmABC nicht dazu führt, dass M. voltae alternative Substrate wie methylierte Amine
und Sulfide oder Methanol für die Methanogenese erschließen kann. Jedoch zeigen
die Proteine SdmA bzw. SdmB und SdmC Sequenzübereinstimmungen zu Corrinoid-
Proteinen bzw. zu Methyltransferasen, die beispielsweise in Methanosarcina an der
Erschließung dieser Substrate beteiligt sind. Aufgrund dessen wurde untersucht, ob
das Corrinoid-Protein und die Methyltransferasen in M. voltae, Selen aus
organischen Verbindungen für die Biosynthese der Selenoproteine zur Verfügung
stellen. Wie schon in der Einleitung erwähnt, haben hohe Selenkonzentrationen auf
eukaryotische und prokaryotische Zellen meist eine toxische Wirkung. Die
Detoxifizierung beinhaltet unter anderem die Methylierung anorganischer
Selenverbindungen zu flüchtigem DMSe (Chasteen & Bentley, 2003). Daher kommt
es auch in der Umwelt vor (Amouroux et al., 2001). Bei einem Selenit- oder
Selenatmangel wäre es denkbar, dass M. voltae das DMSe als Selenquelle
erschließen könnte. Eine solche Nutzung des DMSe wurde in früheren Arbeiten
bislang noch nicht gezeigt.
Der M. voltae-Stamm V1 (Pfeiffer et al., 1998) trägt, wie die in dieser Arbeit
hergestellten Deletionsstämme, eine chromosomale Kopie des Gens uidA aus
E. coli. Es kodiert für die β-Glucuronidase und steht in V1 unter der Kontrolle des
Promotors der Gene der Hydrogenase Vhc (Berghöfer et al., 1994). Das Reportergen
wird deshalb nur unter Selenlimitierung exprimiert, wodurch eine Untersuchung
ermöglicht wird, die klären soll, ab welcher Selenit- bzw. DMSe-Konzentration ein
zellulärer Selenmangel vorliegt. Es könnten dadurch auch Erkenntnisse gewonnen
werden, die zeigen, ob die Gene sdmA, sdmB und sdmC an der Erschließung des
DMSe beteiligt sind. Bei einer Deletion sollte dann, trotz DMSe-Zugabe, uidA
exprimiert werden.
In Tab. 5 findet sich eine Zusammenfassung der erhaltenen Ergebnisse. Alle
getesteten Stämme zeigten eine Reportergenaktivität bei einer Selenitkonzentration
von 100 nM und darunter. Wurde dagegen das DMSe zu unterschiedlichen
Konzentrationen als Selenquelle zugegeben, waren Abweichungen in der
Reportergenaktivität zwischen den getesteten Stämmen erkennbar. So fällt auf, dass
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