MTD 243-670 Bedienungsanleitung Seite 16

  • Herunterladen
  • Zu meinen Handbüchern hinzufügen
  • Drucken
  • Seite
    / 101
  • Inhaltsverzeichnis
  • LESEZEICHEN
  • Bewertet. / 5. Basierend auf Kundenbewertungen
Seitenansicht 15
3 Einleitung
10
Selen kann bei sehr hohen Konzentrationen in flüchtige organische
Selenverbindungen umgewandelt und in die Atmosphäre a/jointfilesconvert/481994/bgegeben werden. Die
Selenkonzentration im Boden, Sediment oder Wasser nimmt dadurch ab.
Eine andere Möglichkeit zur Detoxifizierung ist die Reduktion der Oxianionen zu
elementarem Selen. Wie bereits erwähnt, ist das elementare Selen in Wasser
schwer löslich und steht daher nicht mehr zur Verfügung.
Kultiviert man beispielsweise E. coli in einem Medium, das mit Selenat oder Selenit
angereichert wurde, werden diese beiden Verbindungen zu elementarem Selen
reduziert. Dadurch färbt sich das Medium rot ein. In elektronen-mikroskopischen
Aufnahmen von einzelnen Zellen erscheint akkumuliertes elementares Selen als
elektronendichte Einlagerung (Gerrard et al., 1974). Solche Partikel wurden auch in
Rhodospirillum rubrum entdeckt, wenn das Kulturmedium 65 - 260 mg/l Selenit
enthielt (Kessi et al., 1999). Die selenreiche Kultivierung von R. sphaeroides führt
ebenfalls zur Rotfärbung des Mediums (Moore & Kaplan, 1992).
Die Aufnahme von Selen
Die Aufnahme des Selenats ist an die Sulfataufnahme gekoppelt. Es gelangt daher
über das Sulfat-Transportsystem in die Zelle (Brown & Shrift, 1980; Lindblow-Kull et
al., 1985). Mutationen in den Genen dieses Transportsystems können deshalb zur
Resistenz gegenüber Selenat führen (Smith et al., 1995). Die Aufnahme des
Selenats und des Sulfats lässt sich durch Cystein inhibieren, die des Selenits
dagegen nicht (Brown & Shrift, 1982). Anhand dieser Beobachtung kann
angenommen werden, dass es für das Selenit ein zusätzliches unabhängiges
Transportsystem gibt. Ein weiterer Hinweis darauf liefert Selenomonas ruminantium.
Dieser Organismus ist nicht in der Lage, Sulfat oder Selenat zu assimilieren, Selenit
wird jedoch als Selenquelle genutzt (Hudman & Glenn, 1984). In Salmonella
typhimurium führten Mutationen in den Genen einer Sulfat-Permease zu reduziertem
Transport von Selenat. Die Aufnahme von Selenit war dadurch nicht betroffen
(Brown & Shrift, 1980).
In der Zelle sollte das Selenat zunächst zu Selenit reduziert werden. Avazeri et al.
(1997) zeigte, dass beispielsweise in E. coli membranassoziierte Nitrat-Reduktasen
in vitro in der Lage sind, diese Reaktion zu katalysieren. Das Selen wird entweder als
Selenomethionin oder -cystein in Selenoproteine inkorporiert. Dazu müssen die
Seitenansicht 15
1 2 ... 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 ... 100 101

Kommentare zu diesen Handbüchern

Keine Kommentare